Wirtschaft

Kino für die Überraschungen des Lebens

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MÜJDE IŞIL- Eines der verschiedenen Beispiele der „Leben oder Kunst imitiert das Leben“-Debatte kommt diese Woche in die Kinos. „L’innocent“, signiert vom französischen Filmemacher Louis Garrel, ist von der Lebensgeschichte von Garrels Mutter inspiriert. Brigitte Sy (die auch gegen die Me-too-Bewegung ist), selbst Filmemacherin, organisiert seit vielen Jahren Theaterworkshops in Gefängnissen und hat diese Erfahrungen sogar in ihrem gefeierten ersten Spielfilm „Les mains libres“ aus dem Jahr 2010 genutzt. Der ähnlich inspirierte „Innocent“, den sein Sohn mit seinen eigenen Augen erzählte, brachte Louis Garrel und seinen Brieffreunden den Preis für das beste Originaldrehbuch und Noémie Merlant bei den diesjährigen César Awards den Preis für die beste Nebendarstellerin ein.

Abel ist ein junger Mann in den Dreißigern, der seine Frau verloren hat. Seine kindliche Mutter Sylvie ist Schauspielerin und organisiert Schauspielworkshops im Gefängnis. Unterdessen verliebt sie sich in Michel, den sie kennengelernt hat, und heiratet. Obwohl Michel freigelassen wird, kann Abel ihm nicht vertrauen und handelt mit dem Motiv, seine Mutter zu beschützen. Ab einem gewissen Punkt hat die Frage, ob Abels Vermutungen richtig sind oder nicht, Konsequenzen, die sich auf das Leben aller auswirken werden.

Mit der Wiederbelebung seines Alter Ego Abel hat Louis Garrel wie in seinen vorherigen Spielfilmen „Les deux amis“, „L’homme fidele“ und „La croisade“ ein nostalgisches und geschlechtergemischtes Kino geschaffen. Obwohl das Kino in der heutigen Zeit spielt, wie man es von Mobiltelefonen aus verstehen kann, erinnert es in seiner Atmosphäre und Aufnahmetechnik an die Kinos der 60er und 70er Jahre. Es teleportiert das Publikum mit seiner farbenfrohen Atmosphäre in die Vergangenheit, zusätzlich zu der Kamera und dem Schnitt, die hinein- und herauszoomen und den Helden im Kreis zeigen. Obwohl Garrels Mischung aus Irrtum, Drama, düsterer und romantischer Komödie manchmal die Geschichte unterbricht, kann man nicht sagen, dass seine Wahl falsch war. Die Trauer um einen jungen Mann, der seine Frau verloren hat, interessiert sie beispielsweise nicht. Auch auf seine früheren Erfahrungen mit seiner Mutter geht er nicht näher ein. Dabei ist es ihm egal, ob es Videoaufnahmen vom Tatort oder vom Schicksal des Kaviars gibt, die wertvolle Lücken für den detailverliebten Zuschauer darstellen. Stattdessen konzentriert er sich auf den Moment und überrascht das Publikum inmitten dieser Momente. Bei dieser Gelegenheit konstruiert Garrel eine polygonale Erzählung, die als Drama beginnt und sich plötzlich in eine Komödie, ein Raubüberfallkino und eine romantische Komödie entwickelt. Es ist möglich, in jedem Teil Spuren eines anderen Kinos zu finden. Beispielsweise erinnert der farbenfrohe Blumenladen „Les Parapluies de Cherbourg/Cherbourg Umbrellas“ an die Episode „When Harry Met Sally…/When Harry Met Sally“ im Restaurant. Besonders in der Raubszene ist die Portion Humor recht hoch.

Das Finale des Kinos, das durch die gelungene schauspielerische Leistung von Louis Garrel, Noémie Merlant und Roschdy Zem hervorsticht, kann sich emotional und ethisch durchaus sehen lassen. Wenn wir versuchen, es ohne Spoiler zu erklären, besteht die Hoffnung darin, einander nicht zu verurteilen und zu lieben, sagt er. Es bringt uns eine sinnvolle Interpretation des Lebens, die uns sowohl punktet als auch hilft.

Highlights in der Vision

„Blut“: Brad Anderson, Regisseur von „The Machinist“ mit Christian Bale und „The Call“ mit Halle Berry, arbeitet in ihrem neuen Film mit Michelle Monaghan zusammen. Jess, eine Krankenschwester, zieht mit ihrer Tochter und ihrem kleinen Sohn auf den alten Bauernhof ihrer Familie. Jess möchte mit ihren Kindern ein neues Leben beginnen und gerät auf den Kopf, als ihr Sohn Owen von übernatürlichen Wesen besessen wird. Jess muss entscheiden, wie weit sie gehen kann, um ihren Sohn zu retten.

„Geruch“: Unter der Regie von Barış Gördağ und Yasin Çetin spielen Nergis Öztürk, Mehlika Buğlem Kılıç und Yunus Emre Yıldırımer die Hauptrollen. Als Ideologieprofessor İlhan herausfindet, dass er in den Wechseljahren ist, denkt er, dass er so schnell wie möglich ein Kind bekommen sollte. Die Frau, die aufgrund der Hingabe ihrer Mutter an ihre Brüder ohne Liebe aufgewachsen ist, möchte ihre eigene ideale Familie haben. Ilhans Leben wendet sich in eine andere Richtung, als sein Weg sich mit einem kleinen Mädchen kreuzt, das weder hören noch sprechen kann.

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