Wissenschaftler haben versehentlich eine Maus mit sechs Beinen und ohne Genitalien geschaffen

Die Forscher haben unabsichtlich einen Mäuseembryo mit sechs Beinen und ohne Genitalien erzeugt, was verdeutlicht, wie tiefgreifend Veränderungen in der DNA die Entwicklung beeinflussen können. Eine Forschergruppe am Gulbenkian Institute of Science in Oeiras, Portugal, untersuchte die Funktionsweise eines bestimmten Proteins in den mittleren Entwicklungsstadien des Embryos. Ursprünglich bestehen Embryonen aus identischen Zellen, die im Verlauf ihrer Entwicklung beginnen, verschiedene Körpersegmente zu bilden, angefangen vom Kopf bis zum Schwanz. Selbst Menschen haben in den ersten Tagen Schwänze, die jedoch etwa in der achten Woche verschwinden. Der Entwicklungsbiologe Moises Mallo leitete die Gruppe, die sich auf Tgfbr1, ein Rezeptorprotein, konzentrierte. Mallo erklärte: „Das Protein, offiziell bekannt als transformierender Wachstumsfaktor „Beta-Rezeptor“, spielt eine Rolle bei der Genexpression und hilft bei der Entscheidung, welche Gene wo aktiviert werden sollen und ob Zellen beispielsweise zu Blut-, Muskel- oder Nervenzellen werden sollen.“ Er fügte hinzu: „In dieser Studie haben wir Tgfbr1 in Mäuseembryonen etwa zur Hälfte der Entwicklung ausgeschaltet, um zu untersuchen, wie dies die Entwicklung des Rückenmarks beeinflusst.“ Mallo und seine Gruppe stellten fest: „Ohne dieses Protein weisen die Zellen Anweisungen auf, sich zu Beinen anstelle von Fortpflanzungsorganen zu entwickeln, wenn andere Gene aktiviert werden. Das war eine unerwartete Entdeckung.“


